Zum heutigen Zeitpunkt ist es nicht mehr möglich, eine genaue Vereinschronik für die Zeit bis zum 2. Weltkrieg zu erstellen, da alle Zeitzeugen verstorben und die alten Vereinsunterlagen verloren gegangen sind. Aber das Wenige, das uns durch mündliche Überlieferung von alten Schützen erhalten blieb, sowie die späteren Geschehnisse bis zum jetzigen Zeitpunkt haben wir für interessierte Schützenfreunde in nachfolgender Niederschrift festgehalten.
Laut Lagebuch der Kirchengemeinde Wenau wurde im Jahr 1873 in Hamich die erste Kapelle zu Ehren des heiligen Donatus gebaut. Drei Jahre später gründeten die Hamicher die St. Donatus-Schützengesellschaft. Es war ein kleiner Verein mit circa 30 Mitgliedern, davon fünf oder sechs Offiziere in alten historischen Uniformen. Die Königskette, in deren Besitz wir heute noch sind, war eine Stiftung von Frau Clementine Froitzheim aus Wenau. Zum weiteren Inventar der Schützen gehörten zwei großkalibrige Gewehre für Bleikugelpatronen von circa 10 bis 12 mm Durchmesser, und die Schützenfahne. Die Schützenfeste fanden in kleinen Festzelten auf einer Wiese in Dorfmitte statt. Im Jahre 1900 wurde das Restaurant „Transvaal“ und ein dazugehöriger großer Saal mit Bühne gebaut. Ab diesem Zeitpunkt fanden alle Feste der Schützen in den neuen Lokalitäten statt. Auf den Wiesen hinter dem Lokal hatten die Schützen zwei Schießstände, einen Scheibenstand zum Sportschießen und einen Hochstand zum Schießen des Königsvogels. Der Königsvogel wurde stets mit dem schweren Gewehr für circa 12 mm Patronen geschossen und hielt, da er aus einem etwa 30 cm dicken Eichenklotz gefertigt war, oft mehrere Stunden den schweren Bleikugeln stand. Die nötige Munition fertigte der Schießmeister aus Patronenhülsen, Schwarzpulver und den vorher gegossenen Bleikugeln am Schießstand an.
Auch die Martinsfeste vor dem 2. Weltkrieg wurden wie heute von der Schützengesellschaft durchgeführt. Doch die Hauptgestalter des Abends waren die Hamicher Kinder, die unter der Regie des Schützen Friedrich Dahmen auch im Saale „Transvaal“ oder im kleinen Saal der Gaststätte Stüttgen Märchen und andere kleine Theaterstücke abendfüllend aufführten.
Die Schützengesellschaft bestand ohne Unterbrechung bis zum Jahre 1935 und musste dann in der NS Zeit ihre Aktivitäten einstellen. Letzter Schützenkönig war Jakob Klein. Die Freude am Schützenfest veranlasste die Hamicher Schuljungen im darauf folgenden Jahr ein Kinderschützenfest zu veranstalten mit allen was dazugehört , wie Königs- und Geldvogelschießen , Umzug durchs Dorf, Parade und Ständchenspiel bei den Honoratioren der Schützengesellschaft, mittels eigener Musik mit Trommeln, Blechflöten und Mundharmonikas .
Die Schützen fanden in einem neu gegründeten Heimatverein wieder zusammen. Auch die Tätigkeit dieses Vereins musste zwangsläufig in den letzten Kriegsjahren eingestellt werden.
Im Jahr 1950 wurde der Heimatverein unter dem Vorsitz von Karl Grosch wieder ins Leben gerufen. Noch im selben Jahr feierte man im wiedereröffneten Restaurant “Transvaal” ein Heimatfest, und auch das Martinsfest fand in diesem Jahr wieder statt.
1951 entschloss man sich auf einer Versammlung des Heimatvereins, aus Anlass des 75 jährigen Bestehens der Schützengesellschaft, die alte Schützentradition wieder aufleben zu lassen. Ein weiterer Grund war das Nochvorhandensein der Königskette mit allen alten Königsplaketten. Ein altes Schützenmitglied hatte das Königssilber mit in die Evakuierung genommen und so für den Verein gerettet. Alles andere Schützeninventar ging durch die Kriegswirren verloren. Vor ein paar Jahren fand ein junger Mann aus Langerwehe zwei stark angerostete Offizierssäbel im nahen Wald. Restauriert schmücken sie jetzt die Räumlichkeit im Vereinlokal “Transvaal”.
So wurde denn der Heimatverein wieder in die alte St. Donatus-Schützengesellschaft umgewandelt, ein neuer Vorstand gewählt und noch im gleichen Jahr das erste Schützenfest gefeiert. Der neu gewählte Vorstand bestand aus folgenden Mitgliedern: 1. Vorsitzender Johann Drehsen, 2. Vorsitzender Wilhelm Müller, 1. Schriftführer Josef Müller, 1. Kassierer Werner Schmidt, 2. Kassierer Gerhard Müllejans, Kommandeur Johann Setterich, 1. Schützenkönig wurde Josef Schröder. Zum Schützenfest 1952 wurde schon unsere jetzige Fahne gekauft und von unserem damaligen Pfarrer, Dechant Heinrich Körfer, geweiht. 1953 schaffte man die ersten Uniformen an, weitere folgten in den nächsten Jahren. Die ersten Feste dauerten noch vier Tage. Schützenfestdienstag wurde das “Baarenkloppen” von den Mädchen des Dorfes durchgeführt . Diejenige, die bei verbundenen Augen mit einem Knüppelschlag eine an einem Baum gehängte Kappesbaar (großer Tontopf zum Einmachen von Bohnen oder Sauerkraut) herunterschlug, wurde nach einem lustigen Umzug durchs Dorf anschließend im Zelt mit einer Königskette aus Stangenbohnen zur Baarenkönigin gekrönt. 1992/93 wurde durch die Schützengesellschaft eine neue Kapelle zu Ehren unseres Schutzpatrons, des heiligen Donatus gebaut. Ein Mitglied schenkte der Gesellschaft das Baugrundstück. Dadurch und durch die planerische und organisatorische Energie, durch fleißiges Schaffen der Vereinmitglieder, zahlreicher Geld- und Sachspenden und einen Gemeindezuschuss wurde das Bauwerk möglich. Beim Schützenfest 1993 weihte Kaplan Ernst-Joachim Stinkes aus Langerwehe unsere neue Kapelle ein.
Mit Recht können wir sagen, dass unsere Gesellschaft durch ihre Aktivitäten im Laufe des Jahres für den gesamten Ort zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden ist. Unsere Schützenfeste werden gerne besucht, haben sich mit Shows und Jugenddisco dem Zeitgeist angepasst und mit Straßen- und Großfeuerwerk weitere Anziehungspunkte geschaffen. Wir hoffen sehr, dass auch die kommenden Generationen es verstehen werden, das Ansehen der St. Donatus-Schützengesellschaft Hamich als einzigen Kulturträger im Ort zu bewahren, getreu unserem Fahnenspruch: Aus alter Wurzel neue Kraft.

Bei der Erstellung der Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum erhielten wir große Unterstützung von der Vorsitzenden des Vereins „Chronik-Hamich“, Frau Gerlinde Dohmen. Die nächsten Kapitel sind ausnahmslos aus ihrer Feder und das Ergebnis ihrer aufwendigen Recherche! An dieser Stelle nochmals „Vielen Dank“!
1950 – Ein Neuanfang
Am 19.8.1950 berief Karl Grosch eine Bürgerversammlung ein, mit dem Ziel den Heimatverein, den er vor dem Kriege gegründet hatte, da sich die St. Donatus Schützengesellschaft in der NS Zeit auflösen musste, ersetzte, wieder neu aufleben zu lassen.
Es wurde der Beschluss gefasst, den Verein neu zu gründen. 18 Personen gehörten zu den Gründungsmitgliedern.
Die vor dem Krieg verfasste Satzung wurde entsprechend abgeändert und bei der Gemeinde eingereicht und ergänzt.
Vorstandswahlen:
- Vorsitzender: Karl Grosch
- Vorsitzender: Johann Dreßen
- Schriftführer: Josef Müller
- Kassierer: Paul Müllejans
Der Heimatverein wurde durch die Amtsverwaltung Langerwehe polizeilich anerkannt.
Nun konnte man an die Planung des ersten Heimatfestes gehen.
Die Hamicher Kirmes, früher Schützenfest, wurde als Heimatfest am 17.9 1950 zum ersten Male nach dem Kriege wieder gefeiert
Der Vorstand entschied folgenden Festablauf
1. Festtag: gemütliches Beisammensein der Dorfgemeinschaft
2. Festtag: Kinderbelustigung und Baarekloppe
Die Stimmung auf diesem ersten Fest nach dem Kriege war überwältigend, Transvaal war überfüllt, die Kinder wurden reichhaltig mit Süßigkeiten und Spielsachen beschenkt, und die Erwachsenen feierten bis in den frühen Morgen.
Der Sieger des Baarekloppens war Josef Prümmer.
Im Oktober entschied man sich auch das Martinsfest wieder aufleben zu lassen. Trotz Bemühen der Pfarre das Fest gemeinsam mit Heistern durchzuführen, entschied man sich dagegen und für die Vorkriegstradition eines eigenen Hamicher Martinsfestes.
Am 11.11.50 fand der erste Martinszug nach langer Zeit wieder statt
Man zog von Transvaal aus mit einem Fackelzug durchs Dorf. Martinslieder wurden gesungen. Das Feuer wurde auf einer Wiese Richtung Heistern abgebrannt. Jakob Schmitz stellte den St. Martin dar und hielt am Feuer eine Rede. Zurück in Transvaal wurden die Kinder mit einer Brezel und einer Tüte Süßigkeiten beschenkt
Aber nicht nur St. Martin wurde nun wieder gefeiert, der Verein organisierte auch eine Weihnachtsfeier für die alten Leute ab 60.
Am 20. Dezember versammelte man sich in Transvaal. Nach dem fröhlichen Singen von Weihnachtsliedern gab es Kuchen, Kaffee und Konfekt. Anschließend für die Männer Branntwein und Zigarren. Natürlich kamen auch die Frauen nicht zu kurz. Ein Likörchen erheiterte die Gemüter.
Herr Charlier, der damalige Küster, unterhielt die Gesellschaft am Harmonium.
Schon am 31. Dezember wurde ein gemütlicher Dorfabend zu Sylvester gefeiert. Ein Hahn und eine Wurst wurden im Laufe des Abends verlost. Beides gewann Heinz Roeb. Man feierte ausgelassen bis in den frühen Morgen
1951
Neuwahl der Vorsitzenden
- Vorsitzender: Johann Dreßen
- Vorsitzender: Christian Ketteniß
- Kassierer: Werner Schmidt
- Heimatverein muss einen Wanderwart haben. Das wurde Wilhelm Müller
- Vorstand erweitert durch ein weiteres Mitglied: Jakob Fußberg
Aktivitäten
Am 1. Mai organisierte man eine Wanderung Wenau, Laufenburg, Schevenhütte. Abmarsch war 13:30. Getränke im Wert von 30DM wurden vom Verein getragen.
Für den Sommer plante man eine Fahrt zur Ahr und richtete dafür schon im Januar eine Reisekasse ein. Die Ahr Tour sollte am 22. Juli sattfinden. Die Planung sah vor, dass ein 50sitziger Bus um 6:30 startete. Man gelangte über Münstereifel nach Altenahr und Ahrweiler. Dann ging die Fahrt zurück nach Altenahr, wo das Mittagessen eingenommen wurde und der Tag beschlossen wurde.
Auf Einladung der Heisterner Schützenbruderschaft beschloss man einstimmig sich als Heimatverein am Heisterner Schützenfest zu beteiligen. Zum Schießen des Hauptnebenvogels wurden 20 Lose zu je 10Pfg genehmigt.
Im Jahre 1951 bestand die noch ehemalige Schützengesellschaft Hamich 75 Jahre. Im Mai trafen sich der Vorstand des Heimatvereins, der Wirt und geladene Mitglieder des Vereins und ehemalige Schützen, um zu diskutieren ob und wie man dieses Stiftungsfest der ehemaligen Schützen gebührend feiern konnte.
Nach Berechnungen und Kalkulationen wurde beschlossen, dass traditionsreiche Hamicher Schützenfest nach 19järiger Pause wieder in vollem Umfang durchzuführen
19.Mai 1951
Die Generalversammlung des Heimatvereins beschloss, dass der Heimatverein in die Stankt Donatus Schützengesellschaft umgewandelt werden soll. Die Namensumwandlung wurde mit nur einer Stimmenthaltung beschlossen
Neugründung der St Donatus Schützengesellschaft am 19.5.1951
Allerdings entbrannte erneut die Diskussion, ob in diesem Jahr ein Schützenfest abgehalten werden sollte. Die Bevölkerung wurde zu diesem Thema befragt und es gab eine rege Beteiligung und große Zustimmung.
Der neue Vorstand der neu gegründeten Schützengesellschaft:
- Vorsitzender: Johann Dreßen
- 2. Vorsitzender: Wilhelm Müller
- 3. Vorsitznder: Willi Wollenweber
- Schriftführer: Josef Müller (1.); Willi Müller jun. (2.)
- Kassierer: Werner Schmidt (1) Gerhard Müllejans (2)
Die Neuwahl der Offiziere nahm lange Zeit in Anspruch, denn die jungen Leute zogen sich zurück von dieser Funktion.
Schließlich wurde Johann Setterich zum Hauptmann bestimmt, Johann Cremer, Arthur Schieder und Josef Schröder wurden die neuen Jungoffiziere.
Schon am nächsten Tag fand das Heisterner Schützenfest statt und man beschloss mit grün-weißen Abzeichen an den Rockaufschlägen als neu gegründete Hamicher Schützen teilzunehmen.
Im Juli wurden die neuen Statuten des Vereins verabschiedet und der 2. Vorsitzende wurde beauftragt, die erforderliche polizeiliche Genehmigung einzuholen.
Im Juli legte die erste Versammlung den genauen Ablauf des Festes fest.
Dabei war es wichtig schon früh den Gewinn für den Hauptnebenvogel festzusetzten
Es wurden 50DM als Hauptgewinn festgesetzt und je 5DM für den Vor- und Nachschuss.
Lose zum Preis von 10Pfg wurden von den Mitgliedern verkauft. Als Anreiz zum Sammeln gab es folgende Preise:
Für die erste komplette Liste gab es 5 Freibier.
Für die zweite Liste für je 10 Lose zwei Freilose
Die Abrechnung erfolgte beim1. Kassierer
Mitglieder die bereits 50 Jahre im Verein waren, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt:
Peter Meisenberg
Peter Bildstein
Matthias Ketteniß
Matthias Stüttgen
Wilhelm Stüttgen
Jakob Fußberg
Alle ehemaligen Hamicher sollen zum Stiftungsfest eingeladen werden.
Am ersten Festtag zogen die Schützen mit Marschmusik zur Kiche, wo ein Hochamt für die Lebenden und Gestorbenen der Gesellschaft gefeiert wurde, danach fand eine Gefallenenehrung mit Kranzniederlegung am Denkmal in Wenau statt.
Zum Schützenfest wurden eingeladen:
der Bürgermeister,
der Gemeindedirektor
der Pfarrer und der Polizist
die Schützen aus Heistern und Werth
Die weiteren Details, wie Festabfolge, Kassendienst und Schießkommité wurden Anfang September bestimmt.
Der Schützenkönig erhielt 200DM, die Mitglieder je zwei Freikarten an den Festabenden, nach langer Diskussion wurde beschlossen, dass auch eine andere weibliche Begleitung als die Ehefrau ein Anrecht auf eine Freikarte haben sollte.
1952
29. Juni
Änderung des Datums des Schützenfestes
Um Zeitpunkt des Schützenfestes Ende September wurde in der Pfarre Wenau eine Mission abgehalten, also beschloss man einstimmig das Schützenfest auf den 24. August zu verlegen.
Feuerwehr in Hamich
Mitglieder der Schützen sollen sich zu diesem gemeinnützigen Verein melden und die Namen dem Wehrführer in Heistern mitzuteilen.
Am 8. März Gründungsversammlung der Feuerwehr bezüglich der Löschgruppe Heistern
Aktivitäten in den frühen 50er Jahren
- Schützenfest und Beteiligung an anderen Schützenfesten (Heistern, Werth, Scherpenseel werden erwähnt)
- Silvesterabend (Verlosung 1952: Hauptpreis eine Gans, ein Hahn, ein Huhn und ein Paar Pantoffel; wurde gestiftet
- Weihnachtsfeier
- St Martin
- 1. Mai (1952 Aufstellen des Maibaums, Zug des Maipaares durch den Ort, gemütlicher Abend und später Verlosung des Maibaums; erwähnter Gewinner: Christian Ketteniß)
- Altweiberball
- Wanderungen
- Ahr Tour
- Bierfest (1952)
- 1953 Feuerwerk: König kauft Feuerwerkskörper im Wert von 25 DM zur Beleuchtung des Königszuges, der Verein kauft Feuerwerkskörper zur Verschönerung des Dorfes im Wert von 25 DM. Der Verkauf von Feierwerkskörpern an die Bevölkerung wurde gutgeheißen
- Anschaffung von Fahne, Hüten und Röcken
1953 wurde beschlossen, dass der Schützenkönig das Fest nicht zu Hause feiern darf, sondern dazu verpflichtet wird, den Königsabend im Festsaal abzuhalten.
Es wurde bekanntgegeben, dass ein Waffenschein für den Königsschuss vorliegt
Krönung:
Der König Arnold Bartz beantragte, dass die Krönung nicht mehr durch den Pfarrer, sondern, wie es früher war, durch den 1. Vorsitzenden vorgenommen werden soll. Man beschloss dies.
- Juli 1954
Es wurde festgelegt, dass der König 8 Tage vor dem Fest, dieses Jahr am 15. August ausgeschossen werden soll.
Schmücken des Dorfes: Eingänge des Dorfes; das Königshaus, der Platz am Kreuz das Hua des Jubilars Stüttgen (Hauptstr, 18) mit Tannengrün geschmückt werden soll
Es soll am Montag ein Damenvogel ausgeschossen werden.
Reinhold Stüttgen ersetzt Josef Schmitz als Fahnenjunker
Entscheidung korrigiert: Reinhold Stüttgen trägt Fahne und Caspar Carlitz und Michael Breuer werden Fahnenjunker. Es sollen in diesem Jahr 2 Autos im Festzug mitfahren.
Leider meldeten sich nur wenig Mitglieder, um am Königsschuss teilzunehmen. Man beschloss, dass jeder verpflichtet sei, auf die Königswürde zu reflektieren
Im Oktober (5.10.) wurden neue Kassenprüfer gewählt: Heinz Thielen und Franz Müllejans (jun.)
Schriftführer Josef Müller und 2. Vorsitzender Wilhelm Müller legen ihr Amt nieder. Neuer 2. Vorsitzender: Heinz Roeb
St. Martin (kann in Datei St Martin eingefügt werden)
127 DM Haussammlung St Martin
Holz sammeln
Gefährdung der Kinder durch den Busverkehr. Bauer Frings stellt ein Fuhrwerk zur Verfügung, um das Holz zur Feuerstelle zu transportieren. Frings stellt auch Pferd und Sattelzeug zur Verfügung. St. Martin ist Jakob Schmitz
25 DM für den Kapellenbau gestiftet
Die Fahne
Nach neueren Recherchen ist bewiesen, dass es nicht nur eine Fahne gab, sondern mindestens drei!
In der alten Chronik von 2001 spricht man davon, dass der Verein schon bei der Gründung eine Fahne besaß. Das wäre auch plausibel, denn zur damaligen Zeit legte man sicherlich großen Wert auf entsprechende Insignien, und dazu gehörte eben auch eine Fahne.
Allerdings wissen wir nun aus einer Zeitungsanzeige von 1901, dass in diesem Jahr zum 25-jährigen Jubiläum eine Fahnenweihe gab.
Wieso man nun schon nach 25 Jahren eine neue Fahne anschaffte, bleibt rätselhaft.
Weitere Details sind dazu nicht bekannt.
Eine weitere festliche Fahnenweihe für das Jahr 1929 wird durch eine Anzeige in
„Bote an der Inde“ vom 21. September 1929 belegt.

Wie beschrieben, wurde die neue Fahne in einem feierlichen Akt nach dem Umzug von Ortsvorsteher Huppertz enthüllt.
Zu dieser Fahne gibt es nun auch noch belegte neue Erkenntnisse.
Sie wurde von den beiden Töchtern von Peter Dohmen gestickt: Gertrud Dohmen, die leider 1945 durch einen tragischen Unfall mit einem englischen Armeewagen ums Leben kam, und Elisabeth Dohmen verheiratete Packbier.
Elisabeths Sohn Peter, der noch lebt, hat kürzlich bestätigt, dass seine Mutter die Hamicher Schützenfahne vor ihrer Hochzeit gestickt hat.
Leider haben wir keine Abbildung von dieser Fahne.
Nach dem Kriege wurde eine neue Fahne angeschafft.
Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass die Schützenfahne von 1929 die fruchtbaren Kriegsereignisse vom November 1944 überstanden hätte.
Aus dem Protokollbuch der Schützengesellschaft:
Protokoll vom 9.12.1951
Es wird erwähnt, dass man eine neue Fahne anschaffen möchte und dafür schon jetzt Stiftungsbeiträge zeichnen sollte.
Auch die Anschaffung von Schützenhüten zog man in Erwägung, aber die Kosten für beides wurde als zu große Belastung empfunden.
Nach Abstimmung entschied man sich für die Fahne.
Protokoll vom 13.1.1952
Es wurde Anschaffung einer neuen Fahne beschlossen und ein Vertreter der Bonner Fahnenfabrik eingeladen, der Beispiele vorführte, die man für gut befand und daraufhin der Bonner Fabrik den Auftrag erteilte, die Fahne herzustellen.
Der Auftrag umfasste das Fahnentuch, einen Trauerflor, den Fahnenstock, einen Fahnenschützer und einen Tragegurt.
Der Preis: 760 DM
Im Protokoll vom 10. Februar wurde beschlossen einen Spendenaufruf für die neue Fahne zu starten.
Außerdem wurde an diesem Tage auch das erste Muster der neuen Fahne von einem Vertreter der Bonner Fabrik vorgestellt. Man befand die Rückseite als zufriedenstellend, war aber mit der Darstellung des Hl. Donatus auf der Vorderseite unzufrieden. Donatus wurde dort als alter Mann dargestellt. Jedoch starb er schon in jungen Jahren den Märtyrertod, was den damaligen Schützen bekannt war.
Man beschoss sich an Dechant Körfer zu wenden, den damaligen Pfarrer von Wenau und ihn zu bitten, Darstellungen des Hl. Donatus in seinem wertvollen Bücherschatz ausfindig zu machen, was dem Dechant dann auch gelang, und so kann man heute noch die damalige Entscheidung auf der Schützenfahne bewundern.
Als weiteren Tagespunkt legte man als Fähnrich Johann Cremer fest. Fahnenjunker wurden Josef Schmitz und Hermann Schramm.
St. Martin
St. Martins Feiern haben eine lange Tradition bei den Hamicher Schützen. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es für die Hamicher Kinder Überraschungen und ein großes Fest zu St. Martin. Allerdings durften sie früher die Feier selbst gestalten. Unter der Regie von Friedrich Dahmen führten die Kinder Theaterstücke abendfüllend auf.
Wie es zu dieser Eigenständigkeit der Martinsfeiern kam, schildert Franz Dahmen, der Sohn Friedrich Dahmens in der Festschrift zum 200 Jahrestag der Gründung der Pfarre Wenau.
„Ursprünglich fand die Feier der Kinder der Gemeinde Wenau in Heistern statt. [ …] Die Kinder aus Hamich, Wenau und Schönthal mussten also jeweils einen langen Weg gehen, um an der Feier teilzunehmen. Dies verdross deren Eltern, die nun beschlossen, für die einzelnen Orte selbstständige Feiern abzuhalten. […]
Die Hamicher St Donatus Schützen bildeten ein St Martins Komitee, dem die Organisation, die Finanzierung und die Durchführung oblag. […]
Für die entstehenden Unkosten führte das Komitee eine Haussammlung durch, die von allen Bewohnern von Hamich gut bedacht wurde. […]
Das Komitee fasste den Beschluss, neben der frühen Festfolge, wie sie in Heistern üblich war, mit den Kindern darüber hinaus einen Theaterabend zu gestalten. Zum Regisseur wurde Fritz Dahmen bestimmt. Das Komitee hatte zur Bedingung gemacht, dass jedes Kind, welches auf einer Bühne agieren konnte, eine Rolle oder einen anderen Auftritt bekam.
Das Programm des Theaterabends bestand überwiegend aus Märchenspielen, Einzelvorträgen Singspielen oder Reigen (Ball oder Fackelreigen). Die Bühne befand sich im Saal Transvaal. Von dort aus setzten sich der Martinszug in Bewegung. Die Kinder sangen Martinslieder. Die Fackeln wurden zumeist von ihnen mit überwiegender Hilfe von Vater und Mutter hergestellt. Man konnte Nachbildungen der Pfarrkirche, des Wasserturms und des Zeppelins bewundern. Ein Zeppelin musste von zwei Helfern getragen werden. Er diente auch als Dekorationsstück beim späteren Fackelreigen auf der Bühne, wo er im Wechsel von einer zur anderen Seite flog.“1
Wie schon bei der Gründung der Schützengesellschaft, wehrten sich die Hamicher gegen die Auflage, dass man gemeinsam in Heistern feiern musste.
Leider war auch das Martinsfest von den Einschränkungen in den Kriegsjahren betroffen. Genaue Angaben dazu fehlen.
Der 1950 gegründete Heimatverein ließ das Martinsfest schon im Jahr seiner Gründung wieder aufleben. Man entschied sich, trotz der Bemühungen der Pfarre, einen gemeinsamen Martinszug mit Heistern durchzuführen, wieder für die eigenständige Variante und die Tradition aus der Vorkriegszeit.
Dies wirkte noch lange nach dem Krieg nach. Der Hamicher Martinszug und die eigenständige Feier wurden noch lange von Pfarre und Lehrern abschätzend betrachtet.
Am 11.11.1950 fand der erste Hamicher Martinszug nach langer Zeit wieder statt.
Man zog von Transvaal aus mit einem Fackelzug durchs Dorf. Martinslieder wurden gesungen. Das Feuer wurde auf einer Wiese Richtung Heistern abgebrannt. Jakob Schmitz stellte den St. Martin dar und hielt am Feuer eine Rede. Zurück in Transvaal wurden die Kinder mit einer Brezel und einer Tüte Süßigkeiten beschenkt
In den Fünfziger Jhre änderte sich auch das dörfliche Leben. Traditionell hatten die Kinder immer das Holz für das Feuer gesammelt, doch wegen des stareken Busverkehrs wurde dies zur Gefahr.
So stellte der Bauer Frings vom fuhl ein Fuhrwerk zur Verfügung um das Holz zur Fuerstelle zu transportieren. Herr Frings stellte auch das Pferd und das Sattelzeug für den St. Martin zur Verfügung.2
Das Feuer wurde noch lange auf dem gleichen Platz an der Straße Richtung heistern abgebrannt. Dort stand zu dieser Zeit noch der sogenannte „Wasserkessel“, heute gegenüber des Neubaugebietes Maarfeld am Feldweg zum Lamerdriesch. Der Weg von Transvaal, wo man sich immer noch traf, zum Feuer und zurück war schon recht weit für kleine Kinderfüße, aber die Freude am St. Martin auf dem Pferd, die leuchtenden Fackeln und das lodernde Feuer machten den Weg zu einem Ereignis. Die Kinder hatten bunte Laternen aus Papier mit echten Kerzen, die so manche Laterne in Brand steckten. Die Jungen hatten sehr oft ausgehöhlte Rüben, was eher dem heutigen Halloween Brauch glich.
Die Hamicher „Tüte“ um die man von anderen Kindern der Nachbardörfer beneidet wurde, gab es in Transvaal in einem damals kleinen Nebenraum, was wohl der heutige Thekenbereich ist. Die Erwachsenen stärkten sich schon mal bei kühlen Getränken, und wir Kinder kamen in dem Raum zusammen und wurden vom St Martin gelobt und getadelt. Dabei vergriff der gute St. Martin sich schon mal und kanzelte Kinder ab, die es gar nicht verdient hatten, während die Missetäter gut wegkamen. Das veranlasste sogar manchen Erwachsenen dann doch zu Protest.
Der Ablauf blieb auch in der Folgezeit gleich, aber man verzichtete später auf die Moralpredigten und es gab einfach eine Tüte für jeden.
Quellenangaben:
1 – Festschrift Wenau 2004, 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Katharina Wenau, Langerwehe – Wenau, Juli 2004
2 – Protokollbuch der St. Donatus Schützengesellschaft Hamich
Ein Kapitel für die Frauen
Schützen, das waren Männer und ihr Fest war ein Männerfest.
Da durften wir Frauen nicht mitspielen, jedenfalls nicht bei den sehr wichtigen Entscheidungen und Aktivitäten.
Na ja, in der Hinterhand wird auch so manche Ehefrau die Strippen gezogen haben und in manchen Fällen mit der Backrolle ihren trunkenen Mann erwartet haben.
Aber davon soll hier keine Rede sein!
Warum sind Frauen und Schützen auch heute oft noch ein nicht zu vereinbarendes Duo?
Schon wieder Geschichte! Aber leider muss das sein und eigentlich ist es doch auch ganz spannend.
Im Mittelalter hatten die Schützen die Funktion einer Bürgerwehr, sie sollten die Städte verteidigen.
Und Verteidigung und Schießen, das war nun mal Männersache. Das war den Frauen in den meisten Fällen sicherlich gar nicht unangenehm.
Natürlich änderten sich die Prioritäten im Laufe der Jahrhunderte und aus der Bürgerwehr und deren Schießübungen wurde ein Volksfest. Trotzdem blieb der militärische Charakter immer weiter bestehen und Frauen waren dabei eben nicht zugelassen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Lust am Krieg und militärischen Übungen bei den meisten endgültig vorbei, und die Freude am Feiern war oberstes Ziel. Jedoch waren die wichtigen Positionen im Verein immer noch von Männern besetzt und auch das Feiern war größtenteils den Männern vorbehalten.
Und was blieb für die Frauen???
Die Hamicher Frauen jedenfalls fanden schon früh nach dem Krieg eine Lösung.
Baarekloppe
„Schützenfestdienstag wurde das Baarekloppe von den Mädchen des Dorfes durchgeführt. Diejenige, die bei verbundenen Augen mit nur einem Knüppelschlag eine an den Baum gehängte Kappesbaar (großer Tontopf zum Einmachen von Sauerkraut und Bohnen) herunterschlug, wurde nach einem lustigen Umzug durchs Dorf anschließend im Zelt mit einer Königkette aus Stangenbohnen zur Baarenkönigin gekrönt“
Zu dem lustigen Umzug noch eine schöne Anekdote.
Die Bauernfamilie Dohmen besaß einen Esel. Für den Umzug wurde dieser Esel vor einen Karren gespannt, die Kutsche für die Königin. Aber auch der Esel musste schick sein, deshalb zog man ihm Hose und Hut an!
Bei einem der Umzüge konnte und wollte der Esel nicht mehr ziehen und weiterlaufen. Störrischer Esel! Nein, der Esel war betrunken! Wie das geschehen konnte? Das weiß niemand mehr.
Diese schöne Tradition des Baarekloppens musste leider schon nach einigen Jahren wegen zu hoher Kosten für die Marsch und Tanzmusik aufgegeben werden.
Das „Herzchentragen“
Mit leuchtenden Augen berichten noch heute schon etwas in die Jahre gekommene Hamicher Frauen von dieser Funktion.
Was sind die „Herzchen“?
„Herzchen“ wurden die Tafeln mit den alten Königsplaketten genannt.
Beim ersten Schützenfest nach dem Kriege tragen zwei Hamicher Mädchen die Tafeln mit den alten Königsplaketten.
Die Mädchen sind Hannelore Cremer und Waltraud Lenzen.
Das Königspaar: Josef Schröder und Gattin Agnes
Endlich eine Funktion für die Mädchen außerhalb der Königinnenwürde.
(Heutige Reaktionen der ehemaligen Herzchenträgerinnen:
Renate: „Schützenfest, da fällt mir als Erstes das Tragen der Herzchen ein! Ich war so stolz!“
Angelika:“ Das Herzchen tragen war immer der Höhepunkt: Man durfte mitlaufen und das Kommunionkleid tragen. Man hat sich darauf unglaublich gefreut, und wir hatten ja nicht viel anderes.“
Helene:“ Hmm, die waren immer sehr schwer. Das war anstrengend.“)
Also zwiespältige Meinungen.
Die uns von Fotos bekannten Herzchenträgerinnen waren:
Waltraud Lenzen, Hannelore Cremer, Maria Roeb, Marita Schröder, Gertrude Dohmen, Doris Müllejans, Helene Schieder, Renate Decker, Angelika Schröder, Katharina Setterich, Gabi Müller, Heidi Müllejans, Andrea Roeb
(Geburtsnamen)
Irgendwie hatten sie Glück, die Herzchenträgerinnen.
Erstens, weil sie auf vielen Fotos zu sehen sind. Nicht, weil sie so bedeutend waren, nein, sie liefen immer vor dem Königspaar her, und das Königspar wurde eben oft fotografiert. Vielleicht hätte man sie ansonsten vergessen.
Zweitens gab es nach der anstrengenden Tätigkeit eine Stunde Freifahren auf den Fahrgeschäften! Und ein Eis!
Da hat sich die Mühe doch gelohnt.
Die Herzchenträgerinnen: vorne von links nach rechts: Maria Roeb; Gertrude Dohmen
Hinten: verdeckt wahrscheinlich Doris Müllejans; Marita Schröder
Von links nach rechts: Helene Schieder Marita Schröder
Das Königspaar Anneliese Lenzke und Bruder Hans Grosch und Vorsitzender: Jakob Fußberg
Sogar beim Parademarsch durften sie die Plaketten stolz präsentieren
Hier von links nach rechts: Renate Decker; Katharina Setterich; Angelika Schröder
General Frings, Kommandant Johann Setterich (Vater von Katharina). Königspaar Schröder Eltern von Angelika), Jakob Fusßberg, Vorsitzender (Großvater von Renate Decker, Pastor Pohlen …
Die Königinnen
Ja, die gibt es auch und sie dürfen auch mitlaufen bei den Umzügen und sie dürfen tanzen und schöne Kleider tragen.
Und im Hintergrund organisieren sie das Fest. Es wurde erzählt, dass es die Frauen waren, die sich dafür eingesetzt haben, dass der Vogelschuss auf Ende Juni vorverlegt wurde, weil man dann noch genügend Zeit hat die Vorbereitungen zu treffen, Dekoration, Wein, Kleidung etc. etc.
Die Frauen sind es also, die das Fest zu einem glanzvollen Ereignis machen.
Die fleißigen Helferinnen
Schon in der alten Chronik war ein Kapitel den Frauen gewidmet. Ein winziges nur, aber man hat sie nicht vergessen.
„Wir, die St Donatus Schützengesellschaft können ganz besonders stolz auf unsere Frauen sein, denn sie unterstützen uns in jeglicher Hinsicht. […] Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.
Ganz besonders gelobt werden die Frauen für ihre Einsichtigkeit. Das gemütliche Zusammensitzen an der Theke nach schweißtreibenden Aktivitäten und schwerwiegenden Entscheidungen hat nun mal seine Auswirkungen😉.
So wie schon vor 25 Jahren danken die St. Donatus Schützen den Frauen für ihr Engagement. Ob es für das Schmücken des Zeltes ist, die Organisation der Cafeteria, samt Kuchen backen oder die Essensausgabe am Montagmittag.
Dazu kommen unterjährig die Organisation und Umsetzung der „Kindertüten“ zum St. Martin, Mithilfe bei Haussammlungen, etc..
Lass die Männer nur machen, wir haben das im Hintergrund alles im Griff!
Ein Hoch auf die Frauen!

